57 Jahre und kein bisschen leiser!

Aktion gegen Landraub - Sinnlosen Tunnel verhindern! Am 10.7. 11 Uhr, Echterdinger Str. 36 in S-Plieningen.

Um was geht es? Der sogenannte Pfaffensteigtunnel ist die neue Idee, die vor rund einem Jahr Fuß bei Politikern und Bahn gefasst hat: Einen 11,5 km langen, mehr als zwei Milliarden teuren zweiröhrigen Tunnel zwischen Böblingen und Messetiefbahnhof zu bauen, der das Problem beheben soll, dass ICE-Züge im Mischverkehr zum Flughafen geführt werden. Von der DB ist nun geplant, den zentralen Startschacht für den Tunnel auf den Plieninger Feldern anzulegen. Dort sollen sich dann zwei Tunnelvortriebsmaschinen in die Erde fressen und sich bis nach Böblingen vorarbeiten.

Laut den DB-Plänen wird ein „8 Hektar“ kleines Baulager (Baueinrichtungsfläche, BE) ausgewiesen. Aber sowohl der große Erdschacht für die Tunnelbohrer als auch für den Rettungsplatz und die Zufahrt zu den Tunnelröhren am Langwieser See wird viel Land verschlingen, das nie mehr so genutzt werden kann, wie heute. Zudem sind Plieninger Landwirte und Fachleute sicher, dass die angegebene geplante Fläche für die Baustelleneinrichtung, für Lager, Straßen oder Erdaushub etc. bei weitem nicht ausreichen wird. Die Schutzgemeinschaft Filder ruft deshalb mit den Landwirten zu einer Aktion am 10. Juli auf. Sammelpunkt ist um 11 Uhr am Langwieser See. Die mögliche Fläche, die den Plieninger Landwirten für den Bau des Tunnels entzogen werden würden, wird von Traktoren umstellt. Im Internet gibt es eine Wegbeschreibung für FußgängerInnen und RadfahrerInnen über den Flughafen/die Messe zum Langwieser See.

Stoppt den weiteren Landraub auf den fruchtbaren Fildern!

Plieningen musste bereits für die Durchgangsstrecke von S21 (ICE-Haupttrasse entlang der A8 und Tunnelmund für den Fildertunnel nach Stuttgart) mehr als 36 ha landwirtschaftliche Fläche mit besten Böden hergeben. Der Blick von der A 8 Richtung Echterdinger Ei/Degerloch zeigt: Die S 21-Bauarbeiten haben eine Schneise der Verwüstung in den Filderboden geschlagen. Zusätzlich gibt es auf Plieninger Markung bereits bisher 14 ha Baustelleneinrichtungsflächen (BE), die für gut 10 bis 15 Jahre unter Beschlag sind. Die Planer nennen die Ausweisung als BE heute einen „vorübergehenden Eingriff“. Das bagatellisiert jedoch die Auswirkungen für die Landwirtschaft! Schließlich handelt sich es bei dem Land-Entzug um einen Nutzungsausfall für die Dauer einer ganzen Landwirts-Generation. Michael Gehrung, Ortsobmann der Plieninger Landwirte, betont: „Wir Landwirte haben nicht allein Dreck und Lärm von Lastwagen und Baumaschinen zu ertragen. Wir haben besonders den Entzug unserer Felder zu verkraften. Bereits die Schnellbahntrasse ist eine Bedrohung für die Existenz der Plieninger landwirtschaftlichen Betriebe. Was jetzt geplant ist, stellt unsere Zukunft und die unserer Kinder in Frage!“ 

Hinweise zur Veranstaltung: Gegenüber dem Hof von Michael Gehrung an der Echterdingerstraße 36 in Plieningen, führt ein Feldweg zum Langwieser See. Die Route ist vom Hof aus ausgeschildert, bzw. durch die Traktoren, die das Gelände „abstecken“, erkennbar. Da es direkt am Aktionsgelände keine Parkplätze gibt, bitte am besten mit dem Rad oder zu Fuß kommen. Weitere Möglichkeit: Mit der S-Bahn oder der U6 bzw. dem Bus 122 aus Esslingen zum Flughafen/Messe fahren. Von der Messe-Piazza aus führt zwischen den Boschparkhäusern ein öffentlicher Rad- u. Fußweg auf die andere Seite der A8 zum Demogelände. (Dort der Beschilderung folgen). Auf den Hof von Michael Gehrung kehrt der Demonstrationszug nach den Kundgebungen wieder zurück. Dort veranstaltet der Obst & Gartenbauverein ab Mittag eine Hocketse.